Kampfkunstschule Fichtner

Die Taekwondo Formen

Bei den Taekwondo-Formen kämpft der Sportler gegen gedachte Gegner

Unterschieden werden bei den Taekwondo-Formen die Schülergrade Taeguk (8 Taeguks und der Vierseitenschlag Saju Jirugi für den Anfänger Kup) und die Meistergrade Poomse (9 Poomse für die Schwarzgurte oder Black Belts).

Zweck der Tkd-Formen ist das Aneignen der verschiedenen Taekwondo-Techniken, bei denen man Angriffs- und Verteidigungstechniken ohne Gegner und ohne Verletzungsgefahr üben kann.

Nach einer festgelegten Reihenfolge müssen dabei Bewegungen, Schritte und Techniken (Kicks, Blöcke) im Dojang absolviert werden, wobei sich der Schwierigkeitsgrad mit jeder höheren Taekwondo-Form steigert.

Jede Form beginnt mit einer Abwehrtechnik, was den friedvollen Charakter des Taekwondo betont.

Beim Formen-Lauf kommt es auf eine gute Gleichgewichtsverlagerung, die richtige Atmung, Konzentration, den wohl dosierten Einsatz von Geschwindigkeit und Kraft sowie Rhythmusgefühl an.

Aber auch die Koordination ist von großer Bedeutung, enden doch alle Taekwondo-Formen dort, wo sie angefangen haben. Der Ausübende muß nach Beendigung der Technik- und Bewegungsabfolge wieder exakt an der Stelle stehen, an der er die Form begonnen hat.

Darüberhinaus sind Bewegungsformen, die konzentriert mehrmals hintereinander ausgeführt werden, auch eine Art der Meditation: Erst durch vollständiges Verständnis der Techniken und ihrer Zusammenhänge können Taekwondo-Formen frei von überflüssigen Gedanken in völliger Harmonie durchgeführt werden, was schließlich zur Meditation führt.

Erreicht ein Formenläufer diese Stufe, braucht er sich um Fehler auch keine Sorgen mehr zu machen.

Hinweise zum Taekwondo-Formen-Lauf

die Ausgangsstellung sollte auf das Kommando „Junbi“ nicht zu hektisch eingenommen werden: die konzentrierte und langsame Bewegung in die Junbi-Stellung sollte dazu genutzt werden, alles um sich herum abzuschalten und sich vollständig auf die folgende Form zu konzentrieren.

der Beginn der ersten Techniken bei den Tkd-Formen erfolgt explosiv und überraschend, wie auch ein Angriff gedachter Gegner.die Taekwondo-Form muß rhythmisch und möglichst flüssig ausgeführt werden. Obwohl die Techniken mit maximaler Kraft erfolgen, sollen sie locker und leicht aus entspannter Körperhaltung erfolgen.Wird eine Bewegung nur mit Kraft durchgeführt, entsteht der Eindruck, daß der Formenläufer verkrampft sei, was er auch meistens ist. Nur in der Endphase einer Technik, wird der Körper einen kurzen Moment angespannt, um sofort wieder entspannt zu werden.

Hier beginnt die persönliche Note des Formenläufers, welcher der Form gewissermaßen „Leben“ verleiht, indem er sie interpretiert und seiner Persönlichkeit anpasst. Dadurch gewinnen die Taekwondo-Formen an Individualität und Ausdruckskraft.

die Fußstellungen, Grundtechniken und Stellungswechsel müssen korrekt ausgeführt werden.

der Sinn und Zweck der jeweiligen Taekwondo Form muss bei der Ausführung klar sein. Der Läufer muß erst verstehen lernen, was die einzelnen Bewegungen bedeuten, welche Angriffe er abwehrt und warum er welchen Gegenangriff ausführt.

eine kurze Kunstpause zwischen einzelnen Sequenzen gibt den Taekwondo-Formen Ausdruck und lässt sie realitätsnäher wirken. Fluß und Rhythmus der Poomse darf aber nicht gestört werden.

die Atmung beim Formen-Laufen sollte zwar hörbar, aber nicht betont laut und gepresst sein. Eingeatmet wird zwischen zwei Techniken, ausgeatmet wird während der Ausführung.

Taegeuk Il-Jang

1. Poomse-Schülerform Taeguk Il-Jang: Der Himmel

Das I-Ging Zeichen aus der Yin-Yang-Lehre ist das erste von den 8 Urzeichen. Die drei durchgezogenen Linien haben drei Bedeutungen, die man mit Himmel, sichtbar und aktiv übersetzen kann.

Der blaue Himmel bringt Regen und das Licht der Sonne, wodurch letztendlich alles auf der Erde wachsen und leben kann.

Wie bei der Taekwondo-Meister-Poomse Chonkwon stehen auch bei der ersten Schüler-Poomse Taegeuk Il-Chang Himmel und Erde als Thema im Mittelpunkt.

Durch die Luft können die Lebewesen atmen und somit regt der Himmel das Leben auf der Erde an. Man hat dieses Symbol für Taegeuk-Il-Jang genommen, da es für die Schöpfung oder den Anfang steht.

Die ersten Grundelemente, die in dieser Form enthalten sind, bereiten die Entwicklung (den Weg) des Taekwondo-Sportlers vor. Es ist die Basis zum Entfalten der persönlichen Fähigkeiten, die durch die Form geschaffen wird.

In Taegeuk-Il-Jang leitet der Übende durch Erlernen der ersten Grundelemente und Techniken seine eigene Entwicklung im Taekwondo ein. Die Schüler trainieren die Form Il-Jang für den 7. Kup (gelber Gürtel mit grünem Streifen).

Il-Jang-Grundtechniken: Arae-Makki, Momtong-Makki, Momtong-Jireugi, Ap-Chagi (vgl. Handtechniken und Fußtechniken).

Taekgeuk I-Jang

2. Schülerform Taeguek I-Jang: Frohsinn, innere Gelassenheit

Das I-Ging-Zeichen aus der Yin-Yang-Lehre ist das zweite von den 8 Urzeichen. Es steht für Frohsinn oder generell das Heitere. Dabei bezieht es sich auf einen fröhlichen Menschen, der innerlich gefestigt ist und durch sein Auftreten anderen Mitmenschen Mut und Zuversicht gibt. Dabei ist jener kein „witziger Typ“ sondern eher ein Mensch mit großer innerer Kraft, der sich durch Entschlossenheit, Mut, Weisheit, mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit auszeichnet.

Alles in allem ist er ruhig, aber kraftvoll in seiner Persönlichkeit. Folglich bedeutet dieses Symbol für Taeguk-I-Jang Ruhe und Gelassenheit Dinge hinzunehmen kombiniert mit einem kraftvollen Aufreten durch das neu erlangte Wissen und die neue Fähigkeit.

Durch die erreichten Fortschritte aus der bisher noch kurzen Trainingszeit hebt sich nun ein sicheres Auftreten und Frohsinn in der Poomse ab. Die Form eröffnet dem Taekwondo-Schüler Wege zur Gelassenheit und Geduld. Entsprechend kraftvoll und ruhig ist diese Bewegungsform angelegt. Die Schüler trainieren die Taekwondo-Form Taeguk-I-Jang für den 6. Kup (grüner Gürtel).Neue Technik in der 2. Form I-Jang: Olgul-Makki (Gesichtsblock)

Taegeuk Sam-Jang

3. Schülerform Taeguk Sam-Jang: Das Feuer

Die Benutzung und Zähmung von Feuer und Flamme ist nur auf die Intelligenz des Menschen zurückzuführen, welches dem Menschen nun nützt.

Es erhellt die Dunkelheit, vertreibt die Furcht und gibt Wärme und Geborgenheit. Wenn das Feuer der Sonne am blauen Himmel ist, empfindet der Mensch Hoffnung und Zuversicht.

Dagegen zeigt das unkontrollierte Ausbrechen dieses Elementes z.B. bei einem ausbrechenden Vulkan die zerstörerische Leidenschaft, welches uns mit Furcht und Schrecken erfüllt.

Die Zügelung der Leidenschaft und die tiefe innere Kontrolle, die dafür vorhanden sein muß, war der Anlaß das Feuer als das Symbol für die Poomse Taegeuk Sam-Jang zu wählen.

Bei den Olympischen Spielen sind die Olympische Fackel und das Olympische Feuer ein Zeichen des Friedens und der Verbundenheit zwischen den Völkern.

Symbolisch gedeutet soll das für Taekwondo Taeguk-Sam-Jang gewählte Zeichen die Leidenschaft in fruchtbare Bahnen lenken und sich nicht auf ein Spiel mit dem Feuer einzulassen.

Das tief in uns schlummernde Feuer soll kontrolliert zu unserem Wohle dienen und nicht zum sinnlosen Zerstören.

Eine Steigerung zu den beiden ersten Taeguk-Formen ergibt sich bei der Form Sam-Jang durch die Dreifachtechniken. Die Handkantentechniken weisen auf die Gefährlichkeit des Feuersymbols hin. Die Taekwondo-Schüler trainieren die Sam-Jang-Form für den 5. Kup (grüner Gürtel mit blauem Streifen).

Neue Techniken bei Taeguk-Sam-Jang: Sonnal-Mok-Chigi, Sonnal-Makki und Dwit-Kubi Fußstellung (vgl. Handtechniken und Fußtechniken).

Taeguek Sa-Jang

4. Schülerform Taeguk Sa-Jang: Der Donner

Aus der Natur kennt man Gewitter, Blitz und Donner, die den Menschen Angst machen. Jedoch ist der Donner auch ein Symbol für Macht und Kraft.

Der Mensch muß sich auf seine eigenen inneren Kräfte konzentrieren, damit er der Gefahr entgegentreten kann.

Die Taekwondo-Form Taeguk Sa-Jang soll zum Ausdruck bringen, daß wir der Gefahr gelassen und ruhig entgegentreten und dabei vertrauensvoll unsere eigenen Kräfte einsetzen sollen: Erst kommt der Blitz dann kommt der Donner.

Die Bewegungen von Sa-Jang sollen mit kraftvollen, zielstrebigen und rhythmischen Bewegungen Ruhe und Mut gegenüber der Gefahr ausdrücken. Die Taekwondo-Schüler trainieren diese Form für den 4. Kup (blauer Gürtel).

Neue Techniken: Sonnal-Momtong-Makki, Pyon-son-kkeut-Jireugi, Jebipoom-Mok-Chigi, Yop-Chagi, Momtong-Bakkat-Makki und Deung-Jumeok-Olgul-Apchigi und Mikkeurombal-Fußtechniken.

Kraft und Ruhe werden in der Taekwondo-Form Sa-Jang dabei vor allem durch die Techniken des Sonnal-Momtong-Makki und des Yop-Chagi zum Ausdruck gebracht. Körperbeherrschung fordert bei Sa-Jang der Jebipoom-Mok-Chigi (vgl. auch Handtechniken und Fußtechniken).

Taeguek Oh-Jang

5. Schülerform Taeguk Oh-Jang: Der Wind

Dieses I-Ging Urzeichen steht für den Wind und die Durchdringung. Damit sind aber nicht nur die gefährlichen Orkane, Stürme, Tornados oder Hurrikans gemeint.

Es gibt auch den sanften Wind, welcher die Samen trägt, die Pflanzen und Blumen im Garten bestäubt und die Wolken vertreibt. Ebenso gibt es den schöpferischen Wind, der Windmühle und Windkraftwerk antreibt.

Weil Stürme eher selten vorkommen, ist die Natur vom Wind eigentlich sanft und gutartig. Dennoch steht der Wind sowohl für Aufbau als auch für Zerstörung. Sich gegen Wind und Weter zu stellen lohnt nicht immer: So steigt der Drache gegen den Wind.

Der Wind vereint schöpferische Macht und zerstörende Macht in einem Symbol. Diese Bedeutung spiegelt sich ebenfalls in der Form Poomse Taeguk Oh-Jang wieder, die teils aus ruhigen und teils aus stürmischen und kraftvollen Bewegungen besteht.

Die Ruhe und der Rhythmus bei der Taekwondo Taegeuk Oh-Jang wird immer wieder durch kraftvolle Techniken durchbrochen, was auf die Natur des Windes zurückzuführen ist und dessen Symbolkraft betont. Die Taekwondo-Schüler trainieren diese Form für den 3. Kup (blauer Gürtel mit braunem oder rotem Streifen).

Neue Techniken bei Taeguk Oh-Jang: Me-Jumeok-Maeryo-Chigi, Palkup-Dollyo-Chigi, Yop-Chagi und Yop-Jireugi, Palkup-Pyo-Jeok-Chigi und Fußstellungen wie Kkoa-Seogi, Wen-seogi und Oreun-Seogi (vgl. auch Taekwondo Handtechniken und Fußtechniken)

Taeguek Yuk-Jang

6. Schülerform Taeguk Yuk-Jang: Das Wasser

Das Wasser symbolisiert in seinen Eigenschaften eine hohe Anpassungsfähigkeit und trotzdem behält es stets seine ursprüngliche Beschaffenheit. Das Wasser umfließt Hindernisse, wenn es sich seinen Weg ins Tal sucht.

Die Philosophie hinter der Poomse Taeguk Yuk-Jang zeigt, daß Schwierigkeiten mit Gelassenheit und Selbstvertrauen umgangen und überwunden werden können.

Die Bewegungen der Taeguk-Yuk-Jang sind fließend und nachgiebig und werden nur durch die Fußtritte unterbrochen.

Die Form zeigt das ruhige Selbstvertrauen eines gefestigten Menschen, der wie das Wasser sein Wesen nicht ändert, sondern gelassen den Schwierigkeiten entgegensieht.

Mit dem Element Wasser und seinen Eigenschaften beschäftigt sich auch die Taekwondo-Meister-Form Hansu.

Ausweichende und drehende Bewegungen sind für die Taekwondo-Form Yuk-Jang kennzeichnend. Ein weiteres Merkmal der Form ist, daß beinahe alle Abwehrtechniken von innen nach außen ausgeführt werden.

Die Taekwondo-Schüler trainieren die Yuk-Jang-Form für den 2. Kup (roter oder brauner Gürtel).

Neue Techniken bei Yuk-Jang: Hansonnal-Olgul-Bitureo-Makki, Dollyo-Chagi, Olgul-Bakkat-Makki, Arae-Hecho-Makki und Batangson-Momtong-Makki (vgl. Handtechniken und Fußtechniken).

Taeguek Pal-Jang

7. Schülerform Taeguk Sil-Jang: Der Berg

Dieses I-Ging Symbol bedeutet übersetzt „oberer Haltepunkt“ und steht bildlich für den Berg.

Der stets an der Stelle verweilende Berg ist deshalb das Symbol für Ruhe.

Wir müssen unsere Handlungen eindeutig und mit Entschlossenheit durchführen, denn wenn man vorwärts gehen muss, sollte man vorwärts gehen und wenn es ratsamer ist, sich zurückzuziehen, so sollte man sich zurückziehen.

Mit der Standfestigkeit des Berges und dessen Ruhe sollte deshalb unser Handeln vollzogen sein. Obgleich Schnelligkeit in ihrer Schönheit besticht, liegt auch in der Ruhe die Ästhetik.

Aus diesem Grund finden in der Poomse-Form Taeguk Sil-Jang auch langsamere Bewegungen und innehaltende Stellungen (z.B. Bom-Sogi) statt.

Den Berg thematisieren ebenfalls die beiden Meisterformen Kumgang und Taebaek. Die Taekwondo-Schüler trainieren die Sil-Jang-Form für den 1. Kup (roter oder brauner Gürtel mit schwarzem Streifen).

Neue Techniken bei Taeguk Sil-Jang: Sonnal-Arae-Makkki, Batangson-Kodureo-Makki, Bo-Jumeok-Kawi-Makki, Mureup-Chigi, Momtong-Hecho-Makki, Jechin-Du-Jumeok-Momtong-Jireugi, Otkoreo-Arae-Makki, Pyojeok-Chigi, Yop-Jireugi und Fußstellungen wie Beom-Seogi und Juchum-Seogi (vgl. auch Handtechniken und Fußtechniken)

Taeguek Pal-Jang

8. Schülerform Taeguk Pal-Jang: Die Erde

Das achte Symbol der I-Ging-Urzeichen steht für die Erde, als die Quelle und der Garten allen Lebens. Aus dem Wunder der Erde schöpft alles Leben seine Kraft und Energie zum Leben selber.

Durch die Mutter Erde ist die Schöpfung des Himmels erst möglich, denn sie sorgt mit ihrer Fruchtbarkeit auch für das Fortbestehen und die Entwicklung des von ihr hervorgebrachten Lebens. Unbeschrieben schön ist die Vielfalt des Lebens und gleichzeitg unfassbar.

Wie bei der Meister-Poomse Jitae steht auch bei der letzten Taekwondo-Schüler-Form Taeguk Pal-Jang der Planet Erde im Mittelpunkt.

Mit der Taeguk Pal-Jang nimmt der Schüler die letzte Hürde um Meister des Taekwondo zu werden (1. Dan, Black Belt). In der Form zeigen sich die Früchte der bisherigen Übungen, das Wachstum und das Heranreifen.

Auffällig bei dieser Poomse sind die zahlreichen Grundtechniken, verbunden mit neuen Block-, Hand und Fußtechniken, die sowohl Neues als auch Altes zugleich überprüfen.

Die Taekwondo-Schüler trainieren Taeguk Pal-Jang für die 1. Tkd-Dan-Prüfung (1. Schwarzgurt) zum Meisterschüler.

Die Bewegungen der Taeguk-Pal-Jang zeigen Reife und verborgene Kraft. Das zeigt sich besonders bei den beiden Twio-Ap-Chagi. Die Harmonie wird in langsamen Passagen der Taekwondo-Form dargestellt, die gewachsene Reife in den ineinanderfließenden Kombinationen.

Neue Techniken bei Taeguk-Pal-Jang: Dubal-Dangsong-Bakkat-Palmok-Momtong-Kodureo-Bakkat-Makki, Twio-Chagi, Palkup-Dollyo-Chigi (vgl. Handtechniken und Fußtechniken).

Koryo

Poomsae Koryo

Koryo wird die alte mächtige koreanische Dynastie von 918-1392 n. Chr. genannt, die sich tapfer gegen die Mongolen verteidigte und auf die Shilla-Dynastie folgte.

Koryo wurde ständig von den Tartaren und Mongolen bedroht. Bis zum Jahr 1018 wurden allein drei große Invasionen zurückgeschlagen.

Dann wandten sich im Jahr 1213 die unbesiegbaren Horden des Kublai Khan, die nicht nur über China, sondern auch über Rußland und Osteuropa hinweggefegt waren, gegen das Koryo-Reich. Die Mongolen eroberten Koryo und zwangen den König zur Flucht auf die Insel Kanghwado.

Der König war dort mit seinem höfischem Gefolge zwar sicher, er verlor aber jegliche Macht und mußte es ertragen, wie die Mongolen das koreanische Volk demütigten und plünderten.

Im Jahr 1259 kam es zu einem bitteren Waffenstillstand, der es dem König ermöglichte, das Gebiet des alten Königreiches mit Ausnahme von Jeju-do, wo die Mongolen nun ihre Pferde züchteten, zu regieren.

Unter den Repressalien der Mongolen entwickelte sich das Koryo-Reich aber nicht mehr weiter und wurde 1392 durch die Chosun-Dynastie abgelöst, nachdem die Mongolen aus Korea vertrieben worden waren.

Korea wurde nach dem Namen vom Koryo-Königshaus benannt. Die Koryo-Dynastie hatte großen Einfluß auf das kulturelle Erbe des heutigen Koreas.

Die Taekwondo Poomse Koryo spiegelt in der Bewegung und die geistige Haltung des Koryo-Volkes wider: mit Überzeugung, Mut und starkem Willen dem mächtigen Feind entgegenzutreten und zu widerstehen.

Der heldenhafte Kampf der Koryo gegen die Mongolen ermahnt uns, tapfer und furchtlos allen Schwierigkeiten entgegenzutreten und ist Ausdruck der Taekwondo Poomse Koryo.

Die Poomse Koryo haben Meisterschüler im Taekwondo als 9. Form im Prüfungsprogramm zum 2. Dan Schwarzgurt nach dem Regelwerk zu absolvieren.

Kumgang

Das Wort Kumgang hat in der koreanischen Sprache mehrere Bedeutungen, denen aber allen etwas gemeinsam ist: die Reinheit der Eigenschaft oder des betreffenden Gegenstandes.

Allgemein bedeutet Kumgang: zu fest, um zerbrochen zu werden.

Die buddhistischen Mönche verstanden unter Kumgang das Ende aller Seelenpein durch Weisheit und Tugend.

Der schönste Berg Koreas heißt Kumgang-san. In chinesischer Schrift bedeutet das Diagramm Berg und ist eine Anspielung auf das Kumgang Gebirge in Nordkorea.

Die Taekwondo Poomse Kumgang basiert auf geistiger Kraft und ist mit der Erhabenheit der Berge sowie der Härte und Reinheit der Diamanten oder einer Perle vergleichbar.

Die Einbeinstellung in der Form und das plötzliche Stillstehen nach schnellen Drehungen in der Taekwondo Poomse Kumgang sollen Gleichgewicht und die erreichte Fähigkeit des unverrückbaren Stehens zum Ausdruck bringen.

Der Berg ist auch Inhalt der Taekwondo Meisterform Taebaek und der Schülerform Sil-Jang.

Die Poomse Kumgang haben Meisterschüler als 10. Form im Prüfungsprogramm zum 3. Dan Schwarzgurt im Taekwondo nach dem Regelwerk  zu absolvieren.

Taebaek

Wie bei der Meisterform Kumgang und der Schülerform Sil-Jang steht auch bei der Taekwondo Poomse Taebaek ein Berg im Mittelpunkt.

Taebaek heißt der große und heilige Berg und repräsentiert das Pako-Gebirge wo Tang-gun, der Vater der koreanischen Nation, Korea gründete.

Eine alte Sage erzählt von der Entstehung Koreas im Taebaek-Gebirge, das entlang der Ostküste von Korea verläuft. Bereits die Kinder in der Schule lernen, daß Tangun, der erste König von Korea, seinen Staat auf dem Berg Taebaek gegründet hat.

Der erhabenste Berg des Taebaek-Massivs heißt heute Baekdu und wird noch immer von den Koreanern als ihr Landessymbol verehrt. Taebaek wird auch die Plazenta Koreas genannt.

Der Geist dieses Berges soll in der Taekwondo-Poomse-Form Taebaek zu spüren sein:

Die Strenge und Entschlossenheit, mit denen Tangun bei der Gründung Koreas vorging, sollen sich auch in den genauen und schnellen Bewegungen der Taebaek-Poomse im Taekwondo widerfinden.

Die ineinander fließenden Bewegungen sollen die homogene Entwicklung des koreanischen Volkes symbolisieren.

Die Poomse Taebaek haben Taekwondo-Meister als 11. Form im Prüfungsprogramm zum 4. Dan Schwarzgurt.

Pyongwon

Meisterform Poomse Pyongwon

Pyongwon heißt soviel wie weites Moorland. In der weiten und fruchtbaren Ebene Pyongwon gedeiht Nahrung in großer Fülle, weshalb der Mensch dort besonders gut leben und bestehen kann.

Pyongwon symbolisiert den Ursprung des menschlichen Lebens auf der Erde und die Mutter der Evolution.

Pyongwon lehrt uns die Bedeutung von Frieden und Harmonie. Der Anblick einer großen, geraden und offenen Ebene erfüllt uns mit Zuversicht. Die endlose Weite vermittelt das Gefühl majestätischer Freiheit und Erhabenheit.

Die vielfältigen Bewegungen in der Taekwondo Poomse Pyongwon und die Geradlinigkeit des Diagramms versinnbildlichen die Weite und die Fruchtbarkeit der Ebene.

Die Beherrschung des absoluten Gleichgewichts nach der Ausführung der beiden Momdollyo-Yop-Chagis in der Taekwondo Poomse Pyongwon symbolisiert die Sicherheit, welche die Ebene unserem Leben gibt.

Die Poomse Pyongwon haben Grossmeister als 12. Form zur Prüfung zum 5. Dan Schwarzgurt in Taekwondo  zu absolvieren.

Sipjin

Die Ziffer Zehn (Sip) ist die Verkörperung des Dezimalsystems, mit der von jeher der Anfang vom Rechnen mit Zahlen und der geregelten Ordnung gelehrt wurde.

So entspricht das Diagramm dieser Poomse-Form auch dem chinesischen Zeichen für die Zehn.

Die Zahl Zehn ist aber auch das Symbol für endlose Entwicklung und Wachstum auf der Erde, die ohne eine geregelte Ordnung nicht wirkungsvoll zur Entfaltung kämen.

Sipjin repräsentiert die ältesten lebenden Dinge:

die Sonne, das Wasser, die Steine, die Bäume, das Kraut der ewigen Jugend, Schildkröte, Kranich und der Hirsch.

In der Taekwondo Poomse Sipjin tauchen diese Dinge in den verschiedenen Bewegungen auf.

Die Eigenart der Poomse Sipjin liegt einerseits in höchstem Abwechslungsreichtum und andererseits in der geordneten Disziplin des dezimalen Systems.

In der Poomse Form Sipjin entfalten sich die bisherigen Entwicklungen des Übenden in der strengen Ordnung der vielfältigen Techniken. Die Taekwondo Poomse Sipjin verlangt nach absoluter Genauigkeit.

Die Poomse Sipjin haben Grossmeister als 13. Form zur Prüfung zum 5. Dan Schwarzgurt in Taekwondo zu absolvieren

Jitae

Jitae bedeutet, daß die Erde ein Ort ist, wo alles Lebende Frieden finden kann. Jitae symbolisiert den Wunsch nach diesem Frieden.

In der fernöstlichen Philosophie entsteht Leben aus der Erde und kehrt später wieder in sie zurück.

Die Erde ist der Beginn und das Ende des Lebens. Die Erde befindet sich durch die von ihr hervorgebrachten Lebewesen und verschiedenste Naturphänomene in einem Zustand der laufenden Veränderung, der allerdings nicht immer friedlich ist.

Wie bei der Schüler-Poomse Taeguk Pal-Jang steht auch bei der Taekwondo-Meister-Poomse Jitae die Erde im Mittelpunkt.

Der Bewegungsablauf von Jitae zeigt den Wunsch des Menschen nach einem friedvollen Leben und den Überlebenskampf selbst.

Genauso wie der universelle Geist der Erde in der Bedingungslosigkeit und Vitalität des Lebens liegt, liegt der Schlüssel der Poomse Jitae in ihren Bewegungen:

Schnelle Bewegungen, welche von bedingungslos richtigem Krafteinsatz und im Training gestählter Muskulatur bestimmt werden, paaren sich mit langsamen Konzentrationsphasen.

Die Bewegungen der Taekwondo Poomse Jitae vermitteln auf diese Weise einen Einblick in die von außen nicht sichtbare mögliche Kraftentfaltung des Ausführenden.

Die Poomse Jitae haben Großmeister im Taekwondo als 14. Form im Prüfungsprogramm zum 6. Dan Schwarzgurt.

Chonkwon

Wie bei der Taekwondo-Schüler-Poomse Taeguk Il-Chang steht auch bei der Meister-Poomse Chonkwon der Himmel als Thema im Mittelpunkt.

Die Taekwondo Poomse Chonkwon repräsentiert und symbolisiert den Himmel. In früheren Zeiten wurde der Himmel als Herrscher über das Universum und die Menschheit verehrt. Die Menschen glaubten, daß der Himmel die Natur geschaffen habe.

In der koreanischen Mythologie ist der Himmel der Ursprung allen Lebens auf der Erde und wird deshalb seit jeher bewundert.

Das Zeichen und die Bewegungen repräsentierten die Verbindung zwischen den Menschen und dem Himmel und sind einerseits von ruhiger Frömmigkeit, aber anderseits von immenser Spannkraft durchdrungen.

Vergleichbar etwa mit der Ruhe eines andächtigen Betrachters des Himmels oder der kraftvollen Vitalität eines in den Himmel aufsteigenden Adlers.

Auch heute noch stellt der grenzenlos weite Himmel für viele Menschen eine geheimnisvolle und existente Welt dar.

Die Poomse Chonkwon haben Großmeister im Taekwondo als 15. Form im Prüfungsprogramm zum 6. Dan Schwarzgurt.

Hansu

Die Taekwondo Poomse Hansu symbolisiert das Wasser als den Ursprung des Lebens. Wasser ist die Quelle aller Lebewesen unserer Erde. Wasser fließt oder steht still, es kann ruhig sein oder aber wild und aufgewühlt.

Ausgehend von einem Tropfen bildet Wasser Flüsse, Seen, Tümpel, Meere auf der Erde und paßt sich dabei jeder beliebigen Form an.

Wasser kann man weder schneiden noch aufhalten, diese Anpassungsfähigkeit findet man in den Taekwondo-Techniken der Poomse Hansu wieder.

Ihre Bewegungen sind kraftvoll fließend, sowie unaufhaltsam und betonen die Vielfalt wie auch die Anpassungsfähigkeit des Taekwondo.

Mit dem Element des Wassers beschäftigt sich auch die Schüler-Form Yuk-Jang.

Die Poomse Hansu können Großmeister im Taekwondo als 16. Form im Prüfungsprogramm zum 7. Dan oder 8. Dan Schwarzgurt.

Ilyo

Ilyo bedeutet die Einheit von Körper und Geist.

Diese entgültige Einheit zwischen Körper und Geist ist das eigentliche Ziel des Taekwondo, das sich zur Aufgabe gesetzt hat, diesen Zustand Ilyo zu suchen.

Die Philosophie des Buddhismus nennt diesen Zustand, in welchen die Trägheit des eigenen Ichs überwunden werden kann, Nirvana.

In der Tat verfolgt Taekwondo als Endziel eine Philosophie, bei der mit konzentrierter Aufmerksamkeit bei jeder Bewegung alle weltlichen Gedanken und Dinge abgeschüttelt werden.

In diesem fortgeschrittenen Reifegrad wird eine endgültige Einheit und Harmonie zwischen Körper und Geist erreicht, Ilyo genannt.

Diesen Tatsachen entsprechend wurde für das Diagramm der Taekwondo Poomse Ilyo das heilige Zeichen der buddhistischen Mönche gewählt. Ihre Bewegungen erfordern höchste Konzentration und vermitteln den Eindruck höchster Reife und Vollkommenheit.

Die Taekwondo Poomse Ilyo ist die Zusammenfassung einer Reihe von Bewegungen, die von Won-Hyo, einem buddhistischen Hohen Priester der Silla-Dynastie, überliefert sind.

Die Poomse Hansu können Großmeister im Taekwondo als 17. Form im Prüfungsprogramm zum 7. Dan oder 8. Dan Schwarzgurt.


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