Es gibt zwei Dinge, die wichtig sind, wenn man
sich einen Taekwondo-Wettkampf ansieht:

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Erstens: die Verhaltensregeln für den Zuschauer selbst und
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Zweitens: das Grundwissen, um einen Kampf und die Fähigkeiten der Kämpfer
zu beurteilen.
A) Verhaltensregeln beim Wettkampf

Bei
einem Taekwondo-Kampf beim Training oder bei einem Vergleichsturnier in einer
kleinen Halle sollte man stets die Befehle des Trainers befolgen (vgl. Kampfausdrücke).
Bei
größeren Veranstaltungen kann der Zuschauer schon euphorischer werden,
da er meist etwas weiter von der Kampffläche entfernt ist und somit nicht
durch Ablenkung direkt den Wettkampf beeinflusst.
Wünschenswert wäre
für Kämpfe ein Verhalten wie beim Training, denn letztendlich ist das
Stadium nur eine Erweiterung des Dojang.
Beim Taekwondo-Wettkampf sind nicht
erlaubt: Fingerstiche, Handkanten-Schläge, Einsatz der Ellenbogen, Griffe,
Würfe, Tritte unterhalb der Gürtellinie.

Foto: Kampfsportler beim Länderkampf der BTU-Auswahl gegen das koreanische Uni-Team der Youngsan-Universität
B)
Das Grundwissen zu einem Wettkampf

Man
muß kein erfahrener Kampfsportler sein, um einen Kampf beurteilen zu können
oder den Ausgang überhaupt zu verstehen. Jedoch gibt es durchaus Feinheiten,
auf die ein Zuschauer achten sollte, um sich ein besseres Bild über die Fähigkeiten
der beiden Kämpfer machen zu können.
1) Taekwondo-Techniken
der Wettkämpfe bestehen meist aus Fußtechniken wie Dreh-, Fall-, Vorwärts-, Seitwärts- und Rücktritten. Anspruchsvolle Handtechniken sind selten und werden
nur auf kurze Distanz angewendet.
2) Taekwondo-Wettkämpfe sind
im höchsten Maße psychologisch anspruchsvoll. Als Zuschauer sollte
man darauf achten, ob die Kämpfer Aktionen vorhersehen und im Ansatz vereiteln
können.
3) Falls die Kämpfer eine Menge "Lufttritte"
ausführen, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass kein Gefühl
für die richtige Distanz zwischen den Kämpfern herrscht.
4) Beachtenswert sind auch die Step-Techniken und Stände im Taekwondo-Wettkampf:

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Im Standard-Stand sehen sich beide Gegner an, wobei der Oberkörper
seitlich gedreht ist, so daß meist der linke Fuß und die linke Schulter
zum Gegner zeigt (kleinstmögliche Angriffsfläche).
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Die
Standard-Distanz ist genauso lang, daß beide Kämpfer nicht auf Anhieb
in der Lage sind, den anderen durch eine schnelle Fußtechnik zu treffen.
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Im Standard-Stand besteht der erste Konter auf einen Angriff des Gegners meist
aus einem Spanntritt (Drehtritt) zum Bauch oder Kopf (Tritt-Kombinationen folgen
meist daraufhin).
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Im Standard-Stand verteidigt sich meist derjenige,
der frontal angegriffen wird, mit einem Seitwärts- oder Rückwärtstritt,
indem er den hinteren Fuß über den Rücken zum Gegner stößt.
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Falls ein Angriff erfolgreich war, tendieren viele Athleten dazu, die Distanz
kurzeitig sehr klein zu halten. In diesem Moment kommt es oft zu guten Konteraktionen.

5) Die meisten Kämpfer kann man in zwei Typen aufteilen: offensiv und defensiv.
Der Offensive versucht oft durch schnell hintereinander folgende Techniken den
Gegner zu "überrumpeln". Der Defensive versucht dagegen, durch
gezielte Treffer den Kampf für sich zu entscheiden.
6) Bei den
meisten Wettkämpfen "beschnuppern" sich die Kämpfer erst einmal
relativ passiv, um dann mit ganzen Einsatz anzugreifen und sich zu verteidigen.
7) Bei Großveranstaltungen ist der Coach und das Team ebenfalls entscheidend.
Aufmerksame Zuschauer erkennen neue Anweisungen der Trainer für die jeweilige
Runde.
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