Beim Freikampf unterscheidet man
traditioneller Freikampf (Chayu Taeryon) und moderner Wettkampf.

Traditioneller
Freikampf

Beim
traditionellen Freikampf gilt es, die Techniken schnell und präzise anzubringen
und Angriffe des Gegners meist im Ansatz zu erkennen und wenn möglich zu
vereiteln. Den traditionellen Freikampf kann man als Kampf mit dem Partner bezeichnen.
Das
Wörtchen "mit" ist hier entscheidend, denn es ist kein wirklicher
Kampf gegen Trainingspartner. Die Übenden nutzen das Training als eine Möglichkeit,
Reaktionen zu schulen und Techniken zu üben.
Die Techniken werden meist
einige Zentimeter vor dem Ziel gestopt, was eine hohe Herausforderung an die Körperbeherrschung
beider Taekwondoin darstellt.
Bestimmte Freikampfregeln gelten universell
(für alle Varianten): Schläge unter die Gürtellinie, Faustschläge
zum Gesicht und der Angriff zum Rücken sind verboten. Sie stellen ein Risiko
dar und können zu bleibenden Schäden oder lebensgefährlichen Verletzungen
führen.
Zur Vorbereitung auf den traditionellen Freikampf Chayu Taeryon
und zur Verfeinerung dienen weitere Trainingsübungen wie der 1-Schritt-Kampf
(Ilbo-Taeryon), 1:1 oder Freikampf in Zeitlupe.
Oder es werden Einschränkungen
der Regeln vogenommen, wie z.B. nur ein Partner greift an, nur Fausttechniken
sind erlaubt oder nur Fußtechniken.
Bei Schwarzgurten kann natürlich eine Ausnahme gemacht werden. Dann kann
der Freikampf auch mit sehr leichtem Kontakt geübt werden.

Bild: Vollkontakt-Wettkampf beim Länderkampf 2008 Bayern gegen Korea (vgl. Presseordner
Events)
Moderner Wettkampf mit Vollkontakt oder Semikontakt

Der
moderne Wettkampf, wie er z.B. bei den Olympischen Spielen angewendet wird, unterscheidet
sich in zwei wesentlichen Aspekten von der traditionellen Kampfkunst Chayu
Taeryon:
-
Die Sportler tragen Schutzkleidung, weil beim modernen
Wettkampf gewisse Zielpunkte am Körper mit voller Härte getroffen werden
dürfen und sollen.
-
Es kommen veränderte "Freikampftechniken"
zum Einsatz. Diese Techniken sind speziell auf den Kampf angepasst, damit sie
möglichst schnell, überraschend und hart eingesetzt werden können.
Das
klassische Beispiel an dieser Stelle ist der Dollyo-Chagi. Dieser wird in diesem
Fall nicht mehr mit dem Fußballen getroffen, sondern mit dem Spann (Vorteile:
mehr Reichweite etc.).
Der moderne Taekwondo Freikampf wird in zwei Teilbereiche
unterteilt: Semikontakt und Vollkontakt
Beim Semikontakt werden die
Techniken ein paar Zentimeter vor dem Körper des Gegners gestoppt oder berühren
nur sehr leicht den Gegner.
Aus diesem Grund tragen die Kampfsportler Fußschützer, Kampfhandschuhe, Mundschutz und eventuell einen Kopfschutz
um das Verletzungsrisiko möglichst gering zu halten.
Beim Vollkontakt sind Tritte nur auf gekennzeichnete blaue oder rote Flächen an der Kampfweste
und im Gesicht erlaubt. Der Nacken und mit Haupthaar bewachsene Kopfflächen
sind aus der Wertung herausgenommen.
Wegen dieser Unterschiede tragen die
Sportler beim Vollkontakt zusätzlich Tiefschutz, Ellbogenschutz, Schienbeinschutz
und Kampfweste. Trotz dieser Polsterungen sind Verletzungen nicht auszuschließen.
Zum » Länderwettkampf (Video)
Handtechniken zum Kopf sind auch beim modernen Freikampf generell verboten. Und natürlich
auch für die Selbstverteidigung.
Die Härte beim modernen Wettkampf
wird deutlich an zwei möglichen Ereignissen, die zum Sieg des Kampfes führen:
Entweder
gewinnt einer der beiden Kontrahenten den Kampf durch die Mehrzahl an Trefferpunkten
oder durch ein technisches K.O. Genauere Regelungen zum Kampfsport sind in den
Taekwondo Regelwerken (Wettkampfordnung)
enthalten.
Seit den Olympischen Spielen 2000 ist der Vollkontakt-Wettkampf
mit Westen erstmals Voll-Olympisch.
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