Bei den Taekwondo-Formen kämpft der Sportler
gegen gedachte Gegner, die ihn angreifen und gegen die eine genau definierte Abfolge
von Handtechniken und Fußtechniken angewandt werden muss.
Unterschieden werden bei den Taekwondo-Formen die
Schülergrade Taeguk (8 Taeguks und der Vierseitenschlag Saju Jirugi für
den Anfänger Kup) und die Meistergrade Poomse (9 Poomse für die Schwarzgurte
oder Black Belts).
Zweck der Tkd-Formen ist das Aneignen der verschiedenen
Taekwondo-Techniken, bei denen man Angriffs- und Verteidigungstechniken ohne Gegner
und ohne Verletzungsgefahr üben kann.
Nach einer festgelegten Reihenfolge
müssen dabei Bewegungen, Schritte und Techniken (Kicks, Blöcke) im Dojang
absolviert werden, wobei sich der Schwierigkeitsgrad mit jeder höheren Taekwondo-Form
steigert.
Jede Form beginnt mit einer Abwehrtechnik, was den friedvollen Charakter des Taekwondo betont.
Beim Formen-Lauf kommt es auf eine gute
Gleichgewichtsverlagerung, die richtige Atmung, Konzentration, den wohl dosierten
Einsatz von Geschwindigkeit und Kraft sowie Rhythmusgefühl an.
Aber
auch die Koordination ist von großer Bedeutung, enden doch alle Taekwondo-Formen
dort, wo sie angefangen haben. Der Ausübende muß nach Beendigung der
Technik- und Bewegungsabfolge wieder exakt an der Stelle stehen, an der er die
Form begonnen hat.
Darüberhinaus sind Bewegungsformen, die konzentriert
mehrmals hintereinander ausgeführt werden, auch eine Art der Meditation:
Erst
durch vollständiges Verständnis der Techniken und ihrer Zusammenhänge
können Taekwondo-Formen frei von überflüssigen Gedanken in völliger
Harmonie durchgeführt werden, was schließlich zur Meditation führt.
Erreicht
ein Formenläufer diese Stufe, braucht er sich um Fehler auch keine Sorgen
mehr zu machen.
Hinweise zum Taekwondo-Formen-Lauf

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die Ausgangsstellung sollte auf das Kommando „Junbi“ nicht
zu hektisch eingenommen werden: die konzentrierte und langsame Bewegung in die
Junbi-Stellung sollte dazu genutzt werden, alles um sich herum abzuschalten und
sich vollständig auf die folgende Form zu konzentrieren.
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der
Beginn der ersten Techniken bei den Tkd-Formen erfolgt explosiv und überraschend,
wie auch ein Angriff gedachter Gegner.
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die Taekwondo-Form muß
rhythmisch und möglichst flüssig ausgeführt werden. Obwohl die
Techniken mit maximaler Kraft erfolgen, sollen sie locker und leicht aus entspannter
Körperhaltung erfolgen.
Wird eine Bewegung nur mit Kraft durchgeführt,
entsteht der Eindruck, daß der Formenläufer verkrampft sei, was er
auch meistens ist. Nur in der Endphase einer Technik, wird der Körper einen
kurzen Moment angespannt, um sofort wieder entspannt zu werden.
Hier
beginnt die persönliche Note des Formenläufers, welcher der Form gewissermaßen
"Leben" verleiht, indem er sie interpretiert und seiner Persönlichkeit
anpasst. Dadurch gewinnen die Taekwondo-Formen an Individualität und Ausdruckskraft.
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die Fußstellungen,
Grundtechniken und Stellungswechsel müssen korrekt ausgeführt werden.
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der Sinn und Zweck der jeweiligen Taekwondo Form muss bei der Ausführung
klar sein. Der Läufer muß erst verstehen lernen, was die einzelnen
Bewegungen bedeuten, welche Angriffe er abwehrt und warum er welchen Gegenangriff
ausführt.
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eine kurze Kunstpause zwischen einzelnen Sequenzen
gibt den Taekwondo-Formen Ausdruck und lässt sie realitätsnäher
wirken. Fluß und Rhythmus der Poomse darf aber nicht gestört werden.
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die Atmung beim Formen-Laufen sollte zwar hörbar, aber nicht betont laut
und gepresst sein. Eingeatmet wird zwischen zwei Techniken, ausgeatmet wird während
der Ausführung.
Alternativ gibt es im Formen-System
des Taekwondo noch Palgue und Hyong.
Die Hyongs und Palgue finden jedoch
keine Anwendung mehr im Trainings- und Prüfungssystem der World Taekwondo
Federation (WTF), der ihr angeschlossenen Deutschen Taekwondo Union (DTU) und
deren Landesverbände wie z.B. die BTU.
Auf Druck der WTF stellte die
DTU 1995 das bis dahin bevorzugte Formensystem von General Choi Hong-hi (Hyong
Forms) der ITF auf Taekwondo Poomse und Taeguks um. Andernfalls hätten deutsche
Sportler nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen dürfen.
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