Der Bruchtest (Kyok Pa) ist ein fester Bestandteil
des Taekwondo, auch wenn der Bruchtest nicht, wie man erwarten könnte, im
Training oft geübt wird.
Wichtig bei einem Bruchtest ist die korrekte
Ausübung der Technik mit größtmöglicher Kraftentfaltung auf
der Trefferfläche. Die Wirksamkeit jeder Techniken wird dann beim Zerschlagen
von Brettern, Ytong Platten aber auch Steinen unter Beweis gestellt.
Dabei
kommt es jedoch nicht nur auf die Schnelligkeit, Technik und Kraft an, sondern
auch die Genauigkeit und die Konzentration bei der Bruchtestdemonstration.
An
dieser Stelle ist der Faktor "Do" des Taekwondo-Trainings von entscheidender
Bedeutung: Geistige Konzentration und das perfekte Zusammenspiel von körperlicher
und geistiger Leistungsfähigkeit.
Dadurch versetzt der Taekwondo-Sportler
sich in die Lage, im Bruchteil einer Sekunde alle inneren und äußeren
Punkte genau auf einen Punkt des Auftreffens zu konzentrieren.

Bild: Bruchtest Kyok Pa von Großmeister Josef Fichtner (5.
Dan)
Beim Kyok Pa sollte man nicht vergessen, daß Taekwondo
zur Verteidigung gedacht ist und nicht zum Zerstören (auch nicht von Gegenständen).
Außer im Notfall. Aus diesem Grund ist bei der Prüfung auch die Erlaubnis
des Prüfers erforderlich, um diese Ausnahme zu genehmigen.
Der Bruchtest
dient als Beweis für die korrekte Ausführung einer Technik und wird
deshalb nur zu Prüfungen, bei aktuellen Wettbewerben und Meisterschaften sowie gelegentlich zu Vorführungen ausgeführt.
Eine wichtige zu
beachtende Gesetzmäßigkeit ist, daß die maximale Kraftwirkung
nur dann erreicht wird, wenn die Technik genau senkrecht auf das Bruchtestmaterial
trifft. Wenn die Kraft schräg auf das Hindernis trifft, so teilt sie sich
in eine waagerecht und eine senkrecht wirkende Kraft auf.
Nach der DTU-Prüfungsordnung
werden für Bruchtests generell Fichtenholz-Bretter mit einer Größe
von 30 cm x 30 cm verwendet. Die Brettstärke für Männer von 18
bis 49 Jahre beträgt 3,0 cm.
Für Frauen, Jugendliche ab 14 Jahre und Männer/Senioren ab 50 Jahre kommen 2,0 cm dicke Bretter zum Einsatz.
Für Kyok-Pa-Bruchtests
der Kinder von 7 bis 13 Jahre werden Fichtenbretter mit einer Brettstärke
von 1,0 cm verwendet (nur bei Fußtechniken).
Zu unterscheiden sind
der gehaltene Bruchtest und der freie Bruchtest. Beim gehaltenen Bruchtest wird
der zu zerbrechende Gegenstand von mehreren Personen festgehalten. Es sollte dabei
so gehalten werden, dass er nicht nachgibt.
Beim freien und schwierigeren
Bruchtest wird das zu zerbrechende Material nur mit den Fingern gehalten, so dass
es nachgeben kann, oder es wird auf eine Unterlage gestellt. Eine weitere Steigerung
vom Schwierigkeitsgrad liegt vor, wenn der zu zerbrechende Gegenstand geworfen
wird.
Bei Taekwondo-Prüfungen zum Großmeister (ab 5.
Dan) ist ein Spezialbruchtest zu absolvieren, den der Prüfling zuvor
individuell einstudieren kann (vgl. Prüfung zum Großmeister von Josef Fichtner).
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